Südpfalz

Terroirwandertag L – Trifels

Burgunder, Staufer und Klosterbrüder
Zusammenfassung:

Wer Lust hat, auf historischen Wegen durch die reizvolle Landschaft des Trifelsland um Gräfenhausen und Annweiler zu wandern, dem empfiehlt sich der Mönchsweg.
Er führt von der Klosterkirche Eußerthal über Gräfenhausen und Annweiler bis hinauf zur Reichsburg Trifels, zu der die Mönche des Klosters Eußerthal eine ganz besondere Beziehung hatten: Seit 1233 war ihnen unter dem Stauferkaiser Friedrich II die Obhut der Reichskleinodien und das Amt des Burgkaplans übertragen, das sie bis 1529 innehatten. Die machte die ständige Präsenz der Mönche auf der Burg und damit eine Verbindung zwischen Eußerthal und Trifels erforderlich - der Ursprung des Mönchswegs.

 

 
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Ausführliche Info:

Während die Klosterbrüder die rund 12 Kilometer lange Strecke schätzungsweise auf dem Rücken von Eseln zurücklegten, muss der heutige Wanderer die zahlreichen Steigungen auf Schusters Rappen bewältigen - und wird dafür mit einer schönen Naturkulisse und tollen Ausblicken belohnt.
Für Weinfreunde, die an ausgefallenen Weinlagen interessiert sind, empfiehlt sich besonders ein Besuch von Gräfenhausen, der kleinsten und westlichsten Weinbaugemeinde der Pfalz.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Gräfenhausen schon 817. Bekannt wurde der Ort durch den Gräfenhausener Spätburgunder, der hier bereits seit mehr als 600 Jahren angebaut wird! Gut möglich, dass durstige Mönche bei ihren Wanderungen zum Trifels ganz nebenbei auf das besondere Mikroklima Gräfenhausens aufmerksam wurden, das sich hervorragend zum Weinbau eignete. Bereits im 12. Jahrhundert brachten französische Zisterziensermönche den Pinot Noir oder Clebroit (Klebrot), wie sie ihn nannten, in die Pfalz. Seit 1335 bauten Mönche des nahegelegenen Zisterzienser-Kloster Eußerthal nachweislich im Ort Wein an.
Der Gräfenhauser Spätburgunder gehörte einst zu den teuersten Weinen der Pfalz. 1822 betrug der gewöhnliche Preis für ein Fuder Gräfenhausener Spätburgunder 300 Gulden und war somit doppelt so teuer wie ein durchschnittlicher Rotwein der Pfalz. Gegen 1900 wurde der Gräfenhauser für zwei Goldmark je Liter als „Medizinwein“ in Apotheken angeboten. Noch 1929 führten ihn Überseedampfer der Hapag-Lloyd wie die 'Europa' und 'Bremen' auf ihren Transatlantikfahrten nach Amerika als einzigen Rotwein neben einem Bad Dürkheimer Rotwein im Angebot.

Diese Zeiten sind heute nur noch Weinbaugeschichte. Wurden 1928 noch 17 Hektar Rebfläche beackert, sind es heute gerade noch 3 Hektar, die von einigen unentwegten Winzern im Nebenerwerbsbetrieb bebaut werden. Sie produzieren darauf mit Liebe und Sorgfalt Rotweine, die sich sehen und die man sich schmecken lassen kann. 
Von den wenigen verbliebenen Wingerten des Ortes hat man einen wunderschönen Blick über das Trifelsland. Alleine diese Aussicht ist es schon wert diese abgelegenen Weinlagen zu besuchen.
Auf jeden Fall ist die idyllisch gelegene Gemeinde immer noch ein Geheimtipp. Verwunschene Gassen mit Fachwerk- und Sandsteinhäusern verzaubern den Besucher. Wer einmal den Weg in das kleine Seitental gefunden hat, der kommt gerne wegen der romantischen Atmosphäre und wegen seiner Weine wieder.

Hoch über Annweiler, auf einem steilen Sandsteingrad, thront die Reichsburg Trifels. Paradebeispiel für Funktion und Lage einer Burg im Mittelalter und das Tagesziel unserer Terroirwanderung. Besonders die Regierungszeit des  Stauferkaisers Friedrich II war geprägt von einem permanenten Kampf zwischen Imperium (Kaiser) und Sacerdotium (Papst). Das Felsennest schien den deutschen Kaisern trotz der unruhigen Zeiten so sicher, dass sie hier oben die Insignien ihrer Macht aufbewahren ließen: Reichsschwert, Krone, Zepter, Reichskreuz und Reichsapfel. Im Turm der Burg befindet sich noch heute die Schatzkammer, in welcher die Mönche von Eußerthal die Reichskleinodien in sicherer Gewahrsam hielten.

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Reiseverlauf:

Tagesprogramm

10:00 Uhr:
Begrüßung durch Ihren PAT-Wein- & Wanderführer am Bahnhof Annweiler..  Anschließend Bustransfer zur Mitte des 12. Jahrhunderts von Zisterziensern errichteten Klosterkirche in Eußerthal. Die aus dem roten Pfälzer Sandstein errichtete Kirche steht beispielhaft für den klaren, strengen Baustil des Ordens und dessen Bevorzugung sehr abgeschiedener Gegenden. Kurze Besichtigung und Beginn unserer Terroirwanderung. Wandern Sie mit uns auf den Spuren der Geschichte und durch abseits gelegene und wenig bekannte Weinlagen und Terroirs der Südpfalz bei Gräfenhausen zur Reichsburg Trifels, der Lieblingsburg Kaiser Barbarossas. Erbaut wurde sie auf einem 145 m langen, 40 m breiten und 50 m hohen Felsen, der in drei Teile gespalten ist. Daher rührt der Name Trifels. Ende der Veranstaltung gegen 17:00 Uhr.

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