Pfalz und Nachbarregionen

Terroirwandertag R

Auenwälder, Fisch und Wilder Wein
Zusammenfassung:

Mitten in Deutschland, zwischen Karlsruhe und Mannheim, finden sich rechts und links des Rheins, mit seinen gemütlich dahin gleitenden Schiffen, noch Reste einer urtümlichen Auenlandschaft. Die wenigen in unserer Zeit noch regelmäßig überfluteten Auenbereiche Mitteleuropas, die noch nicht den rigiden Flussbegradigungen der letzten hundert Jahre zum Opfer gefallen sind, gehören zu den produktivsten Öko-Systemen unserer gemäßigten Breiten. Bis zu seiner ersten Regulierung und Begradigung im frühen 19. Jahrhundert mäandrierte der Rhein in der Oberrheinischen Tiefebene in unzähligen Schleifen und Schlingen und änderte über die Jahrtausende beständig seinen Lauf. Die Oberrheinlandschaft hat sich durch die Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert stark verändert. Wegen der Erhöhung der Fließgeschwindigkeit fiel der Grundwasserspiegel beträchtlich, wodurch Seitenarme trockenfielen und der Flussauen-Urwald stark zurückging.

 

 
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Ausführliche Info:

Trotz der Regulierungsmaßnahmen ist die Landschaft am Rhein durch die zahlreichen noch immer vorhandenen bzw. wieder ausgekiesten Altrheinarme weiterhin stark geprägt. Auch dort, wo sich keine Wasserflächen mehr befinden, lassen sich trocken gefallene Rheinarme am Bewuchs, Zuschnitt der Flure und am Verlauf der Niederterrassen nachvollziehen.

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Reiseverlauf:

9:00 Uhr: Begrüßung am Sondernheim BHF. Unsere Terroirwanderung führt entlang des Rheins durch die "Hördter Rheinaue", dem zweitgrößten Naturschutzgebiet in Rheinland Pfalz. Ein "Pfälzer Urwald",  von ganz eigentümlichem Reiz, der ihn von anderen Wäldern stark unterscheidet und ihn zu einem einzigartigen Naturdenkmal macht. Der Wanderer lernt hier nahezu das gesamte faszinierende Spektrum der unterschiedlichen Auen-Lebensgemeinschaften in der Überschneidungszone zwischen Land und Fluss kennen.
Entlang des Rheins mit seinen dicht an den Wanderern vorbeiziehenden Schiffen geht es hinein in die amphibische, verwunschene Welt des Auwald-Ökosystems mit Silberweidenwäldern, Altrheinarmen und Hartholzauenwäldern. Heimat einer reichen Flora und Fauna, die zu allen Jahreszeiten die Sinne anspricht.

Schön ist es im Frühling, wenn sich das blassgrüne Blätterwerk der Silberweiden mit dem hellen Gelb der Weidenkätzchen mischt. Im Mai / Juni steht der Bärlauch in riesigen Feldern in voller Blüte und verbreitet seinen knoblauchartigen Geruch - eine Charakterpflanze der Hördter Aue. Genauso wie die Wassernuss, eine sehr wärmeliebende Pflanze. Wenn im Herbst die Pegelstände fallen besiedeln Spezialisten wie der Wasserknöterich und der Tannenwedel die trocken gefallenen Schlickflächen. Auch die Winterstimmung im Auenwald hat seine schönen Seiten. Nach starkem Frost bilden sich bedingt durch die Feuchtigkeit der Luft millimeterdicke Eispanzer auf den Zweigen, Bei Sonnenschein glitzert der Wald dann wie im Wintermärchen.
Mit  etwas Glück entdeckt man einen Pirol im Geäst der Baumkronen oder man kann den blauschillernden Eisvogel oder einen Kormoran beim Fischfang beobachten. In der Paarungszeit queren Unken, Frösche und Süßwasserkrebse auf ihrer Partnersuche von Teich zu Teich, von Altarm zu Altarm, den Weg des Wanderers,
Eine sehr seltene und für Weinfreunde als auch Biologen kulturhistorisch und wissenschaftlich wertvolle pfälzische Pflanzenart der Rheinauen ist die Wilde Weinrebe.
Die Europäische Wildrebe auch Wilder Weinstock oder Echter Wilder Wein genannt, ist eine Unterart von Vitis vinifera innerhalb der Gattung der Rebe (Vitis). Sie ist die Stammform unserer Kulturrebe und kommt nur noch an sehr wenigen Standorten in den Oberrheinauen vor. Die Wildform der Weinrebe zählt zu den bedrohtesten Pflanzen überhaupt und ist überall vom Aussterben bedroht. Stirbt die Europäische Wildrebe aus, ist ein kostbares Reservoir von Genen, die für die Züchtung neuer Rebsorten wichtig sind, unwiederbringlich verloren.
Die Rheinaue selbst war bis ins 19. Jahrhundert hinein geprägt durch die periodischen Überflutungen der Rheinhochwasser, denen sich der Mensch jedoch anzupassen wusste. Die meisten Dörfer waren Fischerdörfer, deren Bevölkerung hauptsächlich vom Fischfang, als Korbmacher und von der Landwirtschaft lebte.
Da die großen Überflutungs- und Sumpfgebiete des Rheins ein ideales Brutgebiet für Stechmücken darstellten, die Sumpffieber (eine leichtere Form der Europäischen Malaria)  übertrugen, nahm  der Bauingenieur Tulla im Auftrag der badischen Wasserbaubehörden im 19. Jahrhundert die erste große Rheinkorrektur mit den entsprechenden "Trockenlegungs-maßnahmen" vor. Ihr folgte der Ausbau des Rheins zur Wasserstraße im 20. Jahrhundert mit allen ökologischen und ökonomischen Folgen, denen auch der gewerbemäßige Fischfang im Rhein bis auf ganz wenige Ausnahmen zum Opfer fiel.

Unsere Schlussetappe führt uns entlang trockengefallener Mäanderschleifen des Altrheins weiter zum ehemaligen Fischerdorf Neupotz.
Ein Fischerdorf wie es Beispielhaft für die Geschichte aller Fischerdörfer der Rheinniederungen steht, welche Opfer der Rheinbegradigungen wurden.
Als Überbleibsel der alten Fischertradition haben sich im alten Fischerort Neupotz einige Fischrestaurants erhalten, die, abhängig vom "Petriglück" vom "Petriglück" der einheimischen Sportfischer und der Witterung, oft noch fangfrischen Fisch aus dem Rhein (Aal, Hecht, Wells und Zander) auf ihrer Speisekarte anbieten.
Wir nutzen die Gelegenheit und beenden unsere Wanderung mit einem zünftigen Fischessen (fakultativ) - und  - natürlich mit den dazu passenden Pfälzer Weinen.
Veranstaltungsende gegen 17:00 Uhr am Bahnhof Rheinzabern. Gute Rückfahrtmöglichkeit per Bahn zum Bahnhof GERMERSHEIM, LANDAU bzw. KARLSRUHE, NEUSTADT oder SPEYER.

 

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