Deidesheim

Terroirwandertag Ck - Weinlagen unter dem Einfluss des Klimawandels

Deidesheimer und Forster Weinlagen
Zusammenfassung:

Geschützt von den Höhen des Pfälzerwaldes im Westen und begrenzt vom Rhein im Osten liegt die Deutsche Weinstraße in einer der schönsten Landschaften Deutschlands. Das milde, fast südländische Klima, die fruchtbaren und geologisch sehr vielfältigen Böden, alles passt hier bestens zusammen, damit nicht nur der Wein gut gedeiht.

NOCH – denn der Klimawandel mit einer veränderten Niederschlagsverteilung und häufigeren und intensivere Extremwetterlagen macht sich weltweit als auch in Deutschland bereits deutlich bemerkbar. Können im Weinbau binnen Stunden oder innerhalb weniger Wochen erheblichen Schaden verursachen. Blüte, Reife und Traubenlese erfolgen immer früher. In Deutschland erfolgt die Traubenlese mittlerweile fast vier Wochen früher als vor 20 Jahren. Die Lesedauer insgesamt hat sich verkürzt. Neue Schädlinge breiten sich klimabedingt aus. Die Kirschessigfliege hatte bereits vor 5 Jahren ihren ersten Auftritt. Gefolgt von der marmorierten Baumwanze (Asien) und der Bläulingszikade (Asien). Auch die Blattrollkrankheit (Virus) und ESCA (holzzersetzender Pilz) bereiten den Winzern mehr und mehr Sorgen.

Wissenschaft und Politik sind sich mittlerweile einig. Auf der Erde findet ein in geologischen Dimensionen atemberaubend schneller Klimawandel statt. Der Klimawandel hat die Welt und auch Deutschland mittlerweile fest im Griff. Seit dem Beginn der Industrialisierung ist die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde um mehr als 1 Kelvin angestiegen, in einigen Regionen sogar um 1,5.

Ein Temperaturzuwachs, der den Deutschen Winzern und Weinbaugebieten seit Zehn Jahren einen Superjahrgang nach dem anderen Beschert. Die 9 weltweit heißesten Jahre lagen im letzten Jahrzehnt zwischen 2010 und 2019.

Allerdings - steigen die Durchschnittstemperaturen weiter besteht die Gefahr, dass filigrane Sorten wie Pinot Noir oder Riesling unter Umständen ihre Eleganz und Finessen verlieren. Diese Trauben bevorzugen nicht zu hohe Temperaturen und eine lange Reifezeit. Am meisten werden wohl die klassischen weißen Rebsorten, an vorderster Stelle der Riesling, unter der Klimaveränderung zu leiden haben. Stellt sich die Frage, wie sich Reben und Weinbau entwickeln, wenn sich die Temperaturangabe des Thermometers immer weiter nach oben bewegen. War es früher die Kälte, welche der Weinrebe die klimatische Grenze aufzeigte, könnte es diesmal in nicht so ferner Zukunft für viele Rebsorten die Hitze sein.

 
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Ausführliche Info:

Wie sich das Klima in 20 – 40 Jahren entwickelt ist zurzeit noch unberechenbar. Das Thema Klima ist sehr komplex. Aber wie es ausschaut gibt es schon heute genügend Gründe sich Sorgen zu machen.

Jeder Winzer kann und muss auf das, was da auf ihn zukommt, reagieren und zielgerichtet agieren. Seine Zukunft mit Umsicht und kraftvoll gestalten – wie schon viele Winzergenerationen vor ihm.

Entdecken Sie mit uns die Grundlagen des Terroirgedankens auf einer Weinbergwanderung durch Deidesheimer und Forster Weinlagen. Vergleichen Sie dabei Bodenprofile und klimatische Bedingungen in den einzelnen Weinbergslagen.

Bei der Klassifizierung der Weinbergslagen als "Terroir" bzw. für einen standortangepassten Weinbau spielt der Boden neben dem Faktor Klima eine zentrale Rolle. Bodeneigenschaften wie Wasserspeicherfähigkeit oder Nährstoffverfügbarkeit bestimmen nicht nur das Wachstum der Reben, sondern beeinflussen auch den Charakter der Trauben und somit den Geschmack des Weines. Sie bringen die typischen Aromen der diversen Rebsorten und die des Rieslings im speziellen erst zur vollen Entfaltung. Vereinfacht gesagt setzt sich das "Terroir" aus den drei Bausteinen "Winzer, Klima und Boden“ zusammen.

König der Pfälzer Weine ist der Riesling. Er begeistert immer wieder durch seine Komplexität, seine Lebendigkeit und seine große  Anpassungsfähigkeit an Klima und Böden.

Eine naturnahe Bewirtschaftung, viel Handarbeit, niedrige Erträge, ausreichend Zeit zum Reifen sowie die pflegende Hand des Winzers und des Kellermeisters ergänzen, was die Natur zum Wohle der Rebe und des Weins bereits vorgegeben hat.

Grundlagen für eine faszinierende Fülle der Aromen, Eleganz und Mineralität, sowie der Lagerfähigkeit, die unsere Deidesheimer und Forster Terroir-Weine auszeichnen.

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Reiseverlauf:

09:00 Uhr: WILLKOMMEN in der Pfalz. Begrüßung in Forst durch Rudolf Hoffmann, VDP-Weinkultur-Experte und Wein- & Kulturbotschafter der Pfalz am Weinprobierstand Forst (an der Dorfumgehungsstraße und einzigen Ampel in Forst / An der Bushaltstelle hält auch der Bus aus Neustadt).

Beginn unserer geologischen und meteorologischen Weinlagenwanderung unter dem besonderen Augenmerk auf den Klimawandel. Wir betrachten während der Terroirwanderung im Weinberg die aktuelle Situation und machen uns Gedanken darüber, wie die Entwicklung in den kommenden Jahren sein könnte.

Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort laufen wir durch die Weinlage Forster Elster hinauf an den Haardtrand. Am Geotop Kirchenberg in der Weinlage Kirchenberg bieten sich auf Schautafeln sehr bildhafte Einblicke in die erdgeschichtliche Vergangenheit und die Geologie des Rheingrabenbruches. Grundvoraussetzungen für die besonderen Terroirs der Deidesheimer und Forster Lagen.

Die Weinlage Kirchenberg, als Teil der größeren Deidesheimer Lage Hergottsacker, wird geprägt durch Lösablagerungen, die teilweise bis zu 8 m Mächtigkeit erreichen.  Sie bilden hier am Waldrand der Mittelhaardt ein sehr spezielles Terroir, das wunderbar feinfruchtige Weine hervorbringt. Nach diesem ersten Ausflug in die Erdgeschichte wechseln wir hinüber in die Weinlage Hahnenböhl.

Das kleine Plateau des Hahnenböhl besteht aus den Überresten eines mehr als 30 Millionen alten Korallenriffes. Im Westen schützt der Pfälzer Wald die Reben vor Regen und Sturm, im Osten strecken sie sich der Morgensonne entgegen. Der Untergrund aus Kalksteingeröll liefert die Grundlage für mineralische Weine mit ausgeprägter Säurestruktur.

Wahrzeichen der Weinlage Hahnenböhl ist ein malerisches Wetterkreuz, das jedes Unheil von den Weinbergen und Reben fern halten soll.

Anschließend erreichen wir die Weinlagen der Gemeinde Forst. Begünstigt durch ein besonders mildes Klima wachsen in Forst die bekanntesten Rieslinge der Pfalz. Mit dem Forster Freundstück, Jesuitengarten, Kirchenstück, Musenhang, Pechstein und Ungeheuer finden sich hier Rieslinglagen von Weltruf.

Eine seltene geologische Vielfalt - Basalt und verwitterter Sandstein – gemischt mit Kalk, Lehm und Ton - trägt dazu bei, dass der „König der deutschen Weißweine“ hier auf diesen Forster „Terroirs“ zu höchster Reife kommt.

Kenner wissen, dass die Forster Weinberge an der Spitze der höchsten Bonitätsklassen in Deutschland stehen. Ein Standortvorteil und großes Glück für die Forster Winzer - denn - Große Weine brauchen große Lagen!

Bei einer kleinen Verkostung in den Forster Weinbergen degustieren wir dann 3 Rieslinge aus Deidesheimer und Forster Terroirs (Herrgottsacker, Ungeheuer und Freundstück).

Zur Mittagszeit erreichen wir gegen 12:30 Uhr wieder Forst. Ende der Veranstaltung. Hungrig geworden besteht Gelegenheit zu einer deftigen Winzervesper in einer netten Weinstube. Gerne reservieren wir Ihnen auf Wunsch einen Tisch.

Anforderungen: Weinbergs-Wanderung von insgesamt ca. 3 bis 3,5 Stunden auf befestigten und unbefestigten Weinbergswegen durch die Deidesheimer und Forster Weinlagen. Bitte gutes Schuhwerk und Bekleidung entsprechend der Witterung mitbringen!

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